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Medizinisch Psychologische Untersuchung
Diese Untersuchungen müssen alle unsere Fahrer vorweisen können:
Als Fahrer in der Personenbeförderung  haben wir eine große Verantwortung im
Straßenverkehr. Bei einem Unfall sind wir sowie unsere Fahrgäste gefährdet.
Deshalb hat der Gesetzgeber bestimmte Anforderungen definiert, wenn wir den
Führerschein erwerben oder verlängern lassen möchten. Auch ist die Fahrerlaubnis
maximal 5 Jahre gültig. D.h. wir müssen uns regelmäßig untersuchen lassen, um die
Fahrerlaubnis verlängert zu bekommen.
Notwendige Untersuchungen bei Ersterteilung
Der Gesetzgeber fordert bei Neuerwerbern die folgenden Untersuchungen:
Untersuchung der körperlichen Eignung: Diese Untersuchung dient dem Erkennen von
Krankheiten, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können (z.B. eine schlecht
eingestellte Zuckerkrankheit).
Untersuchung des Sehvermögens: Diese Untersuchung dient dem Erkennen von
nicht ausreichenden Sehfunktionen, z.B. eine schlechte Sehschärfe oder ein
 eingeschränktes Gesichtsfeld.
Leistungspsychologische Untersuchung: Diese Untersuchung testet unsere
Belastbarkeit, Orientierungsleistung, Reaktionsfähigkeit, Konzentrationsleistung
und Aufmerksamkeitsleistung. D.h., ob wir rasch und auch bei störenden Einflüssen
angemessen reagieren.
Notwendige Untersuchungen bei Verlängerung
Der Umfang der Untersuchung bei Verlängerung der Fahrerlaubnis hängt vom Alter ab:
Für Verlängerungen, die nicht über das 60igste Lebensjahr hinaus gelten, werden
die folgenden Untersuchungen benötigt:
Untersuchung der körperlichen Eignung: Diese Untersuchung dient dem Erkennen
 von Krankheiten, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können (z.B. eine schlecht
 eingestellte Zuckerkrankheit).
Untersuchung des Sehvermögens: Diese Untersuchung dient dem Erkennen von
nicht ausreichenden Sehfunktionen, z.B. eine schlechte Sehschärfe oder ein
eingeschränktes Gesichtsfeld.
Für Verlängerungen, die über das 60igste Lebensjahr hinaus gelten, wird zusätzlich
eine Leistungspsychologische Untersuchung benötigt: Diese Untersuchung testet
unsere Belastbarkeit, Orientierungsleistung, Reaktionsfähigkeit, Konzentrationsleistung
und Aufmerksamkeitsleistung. D.h., ob wir rasch und auch bei störenden Einflüssen
angemessen reagieren.
Ist also bei Antragstellung auf Verlängerung das 55. Lebensjahr überschritten,
gibt es zwei Möglichkeiten:
Die Untersuchung erfolgt ohne die leistungspsychologische Untersuchung.
Dann kommt es jedoch zu einer verkürzten Gültigkeitsdauer der Fahrerlaubnis, da
diese dann nur bis zum 60. Geburtstag gültig ist.
Die Untersuchung erfolgt mit der leistungspsychologischen Untersuchung.
Die Fahrerlaubnis kann dann für die nächsten fünf Jahre verlängert werden.
Gültigkeit der Bescheinigungen
Die Bescheinigungen über die Untersuchungen sind nicht unbegrenzt gültig.
Sie müssen also innerhalb einer gewissen Zeit bei der Fahrerlaubnisbehörde
zusammen mit dem entsprechenden Antrag vorgelegt werden. Dabei gelten die
 folgenden Gültigkeitsfristen:
Untersuchung der körperlichen Eignung: 1 Jahr
Leistungspsychologische Untersuchung: 1 Jahr
Untersuchung des Sehvermögens: 2 Jahre
Gesetzliche Grundlagen
Am 1. Januar 1999 trat die Verordnung über die Zulassung von Personen zum
Straßenverkehr und zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften in Kraft.
Artikel 1 hiervon ist die Verordnung über die Zulassung von Personen zum
Straßenverkehr, die sogenannte Fahrerlaubnis-Verordnung, kurz FeV. Die FeV r
egelt die Erteilung und Verlängerung von Führerscheinen (Fahrerlaubnissen).
§ 11 Eignung und § 12 Sehvermögen bilden den Rahmen für die medizinischen
und psychologischen Untersuchungen nach FeV. Weitere relevante Paragrafen sind:
§ 48 Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung mit Bezug auf die §§ 11 und 12
§ 64 Identitätsnachweis
§ 67 Sehteststelle
In den Anlagen 4, 5 und 6 der FeV werden die Mindestanforderungen an die
Gesundheit und die Leistungsfähigkeit vorgegeben. Außerdem wird festgelegt,
welche Testverfahren und Untersuchungssmethoden eingesetzt werden. Im folgenden
 die Bezeichnungen der Anlagen:
Anlage 4: Eignung und bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen
Anlage 5: Eignungsuntersuchungen für Bewerber und Inhaber der Klassen C, C1, D, D1
und der zugehörigen Anhängerklassen E sowie der Fahrerlaubnis zur
Fahrgastbeförderung
Anlage 6: Anforderungen an das Sehvermögen
Anforderung an die körperliche Eignung
Als Berufskraftfahrer müssen wir relativ gesund sein. Zumindest Erkrankungen,
die ein korrektes Führen des Fahrzeuges beeinträchtigen oder die zu einem
plötzlichen Verlust des Bewusstseinsführen können, müssen ausgeschlossen werden.
Die Anlage 4 der FeV "Eignung und bedingte Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen"
enthält konkrete Bewertungen von Krankheiten und deren Auswirkungen auf die
körperliche Eignung.
Durchführung der Untersuchung der körperlichen Eignung
Die Untersuchung besteht aus mehreren Teilen:
Eine Befragung zu aktuellen und stattgehabten Erkrankungen, evtl. auch zu denen
von Familienangehörigen, da einige Erkrankungen oder zumindest die Anlage dazu
vererbt werden.
Eine Blutdruckmessung
Eine körperliche Untersuchung
Eine Untersuchung des Urins mittels eines Teststreifens.
Gibt es Hinweise auf Erkrankungen, sind ggf. noch weitere Untersuchungen nötig.
Anforderung an das Sehvermögen
Als Berufskraftfahrer müssen wir gut sehen, können jedoch bestehende
Fehlsichtigkeiten durch Sehhilfen ausgleichen. Die Korrektur mit Brille darf dabei
max. plus 8,0 Dioptrien betragen, sonst müssen Sie Kontaktlinsen tragen.
Die Anforderungen sind wie folgt:
Zentrale Tagessehschärfe: beim besseren Auge 1,0; beim schlechteren Auge 0,8
Farbensehen: normal
Geschichtsfeld: normal in einem Bereich bis 70 Grad nach beiden Seiten und bis 30
Grad nach oben und unten
Räumliches (Stereo) Sehvermögen: normal
Durchführung der Untersuchung des Sehvermögens
Die Untersuchung des Sehvermögens besteht aus mehreren Teilen:
An einem Sehtestgerät werden die Tagessehschärfe und das räumliche (Stereo-)
Sehvermögen getestet.
Die Testung des Farbsehvermögens erfolgt mittels Farbsehtafeln, auf denen wir
Zahlen erkennen müssen.
Die Prüfung des Gesichtfeldes ist etwas aufwendiger und geschieht an einem extra
Gerät, dem sog. Perimeter.
Wichtig für die Untersuchung ist es, dass Sie Ihre Sehhilfen für die Ferne und Ihren
Brillenpass mitbringen!
Anforderungen bei der Leistungspsychologische Untersuchung
Bei den Untersuchungen nach der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) gelten für die
Führerscheine der Klassen D sowie für die Fahrgastbeförderung besonders hohe
Anforderungen an die:
Reaktionsfähigkeit
(Psychische) Belastbarkeit
Orientierung
Konzentration
Aufmerksamkeit
Die Untersuchung erfolgt meist mit computergestützten Systemen. Am häufigsten
ist momentan das sogenannte Wiener Testsystem, das teilweise Situationen aus dem
Straßenverkehr zeigt. Die Antworten erfolgen mittels einer speziellen Tastatur und
Fußpedalen. Teils sind aber auch identische Figuren (z.B. Winkel, Dreiecke)
herauszufinden. Ein anderes System ist das sogenannte Corporal Testsystem.
Dieser Test ist abstrakt mit Kreuzen und Pfeilen aufgebaut. Bei der Beantwortung
ist anzugeben, wo sich das Kreuz befindet (oben, unten, ...) oder wo der Pfeil hinweist
(oben, unten, ...). Deshalb gibt es hierbei nur eine stark vereinfachte Tastatur für die
 Antwort, die mit einem Finger zu bedienen ist.
Ablauf der Leistungspsychologischen Untersuchung
Vor Beginn des Testes wird uns das System erklärt und wir können uns mit der
Tastatur und ggf. den Fußpedalen vertraut machen. Danach wird jeder Test einzeln
erklärt und es gibt eine Übungsphase. Diese Kurzübungen können wir auch wiederholen. 
Während der Tests kommt es auf zwei Punkte an:
Schnelligkeit
Richtigkeit.
Das heißt, wir müssen flott reagieren und dafür ggf. den einen oder anderen Fehler
 in Kauf nehmen. Denn bei der Auswertung werden sowohl die benötigte Zeit als auch
die Anzahl der richtigen Antworten gewertet. Jedoch geht es nicht darum, dass wir
ideale Leistungen erbringen, also alle Antworten in kürzester Zeit richtig beantworten. 
Bei einem Test werden wir sogar mit Absicht überfordert.
Insgesamt dauert der Test ungefähr eine halbe Stunde, wenn ausführlichere
Testversionen verwendet werden, kann der Test auch länger dauern.
Die leistungspsychologische Untersuchung soll zeigen, dass wir sicher im
Straßenverkehr reagieren können. Dabei ist sie von den Anforderungen so
angelegt, dass gesunde Menschen sie bestehen können. Probleme mit der
Untersuchung haben Menschen, die Konzentrationsstörungen oder verlangsamte
Reaktionen haben. 
Generell gilt für die psychische Leistungsfähigkeit das gleiche Prinzip wie für
die körperliche Leistungsfähigkeit. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener
 Ernährung, regelmäßiger Bewegung und ausreichenden Zeiten der Ruhe hält
 Körper und Geist fit.